Vor dem Bureau # 7: Bureau du Grand Mot (2)

Vor dem Bureau ist eine kleine Reihe in der wir unsere Vorgeschichte erzählen wollen. Wir berichten über einige unserer Projekte vor Gründung des Kunstkollektivs, unsere Vorgänger und Mitstreiter, und wie wir uns kennengelernt haben… 

Cafe-Central-Salzburg2010 wurde von Stefan Findeisl und Sarah Mercedes Weiss ein wöchentlicher Literaturtreff im Café Central initiiert. Die heute noch aktive „Mittwochsrunde“ sollte Gelegenheit geben über Texte zu reflektieren, Freundschaften zu knüpfen und Projekte zu realisieren. Aus dieser Initiative gingen unter anderem die Lesereihen so.what.wörtlich, Das goldene Vlies und Read this! hervor.

Um ihre Veranstaltungen angemessen bewerben zu können wurde auf Facebook eine Gruppe eingerichtet, und da man sie zu benennen hatte, wurde ihr der provisorische Titel Junge Literatur für Salzburg verliehen. Die darauffolgende, schlecht kommunizierte und nicht immer ganz uneigennützig formulierte Berichterstattung schürte jedoch das Missverständnis, man hätte sich zu einer offiziellen  Vereinigung gleichen Namens zusammengeschlossen. Schließlich war in Marko Dinic’s erstem Gedichtband namen:pfade (Edition Tandem) sogar von einer „Literaturplattform“ die Rede. In Wahrheit gab es bis dato nur eine Gruppe von Freunden die sich regelmäßig traf und Projekte umsetzte, die noch aus eigener Tasche bezahlt werden mussten. Ein engagierter, junger Haufen den man sehr wohl gewillt war zu unterstützen, was es aber anscheinend erforderte eine passende Schublade zu finden. Stattdessen wurde mit dieser Praxis eine langer, mühsamer Streit über die langfristige Zielsetzung der Gruppe und ihre Identität vom Zaun gebrochen: Während die einen die Vorteile sich als Großes Ganzes zu präsentieren erkannten, wollten die anderen möglichst offen, frei und unbürokratisch bleiben.

Pünktlich zum Weltuntergang: Eie erste Veranstaltung des Bureau du Grand Mot...

Pünktlich zum Weltuntergang: Die erste Veranstaltung des Bureau du Grand Mot…

Ein großer Kritikpunkt war auch der Name Junge Literatur für Salzburg, da er den Handlungsbereich massiv einschränkte. Das fand auch Peter Wetzelsberger der stattdessen für ein einmaliges Projekt den Namen Bureau du Grand Mot reaktivieren wollte. Dieser gefiel Marko so gut, dass er anregte, ihn gleich gänzlich zu übernehmen und endgültig Klarheit über den Status der Gruppe zu schaffen. In mehreren Treffen wurde ein Selbstverständnis entwickelt, das den Bedürfnissen aller genügen konnte. Man setzte weniger auf „Kollektiven Individualismus“ als auf ein „Individuelles Kollektiv“, welches flexibler war und sich quasi mit jedem Projekt neu ausbilden konnte.

Am 19. Dezember 2012 – zwei Tage vor der ersten offiziellen Veranstaltung unter dem Namen – fand im Café Central das letzte große Gespräch statt, in dessen Folge alle Punkte nochmals behandelt, überarbeitet und abgesegnet wurden. Danach wurden die Gläser zur offiziellen Gründung des Kunstkollektivs Bureau du Grand Mot erhoben…

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