Desweiteren im kabinet…

Noch bis zum 16. Juli 2017 stellen unsere Freunde von disposed ihr [kabɪˈnɛt] im Künstlerhaus Salzburg jungen KünstlerInnen und ihren Projekten zur Verfügung. Hier sind zwei weitere Programmpunkte:

GEH MIR AUS DER SONNE! von Thilo Droste
30. Mai — 04. Juni, täglich von 12–19 Uhr

Betreutes Bräunen
Mittwoch, 31.05. und
Freitag, 02.06. je 17-19 Uhr

Einen Sonnenbrand zu haben fühlt sich wunderbar schrecklich an. Der leichtsinnige Sommertag glüht nach auf der geschundenen Haut und mit ihm die Sorglosigkeit und ein kleines schlechtes Gewissen, denn eigentlich wissen wir: die Haut hat ein Gedächtnis. Muss sie sich zu viel merken, kann sie krank werden. Im Wechsel der Moden changiert unser Teint von Bräune zu Blässe, von Madame Pompadour zu Dieter Bohlen. Prägnant ist heute vor allem ein Schwanken zwischen Vernunft und Übermut im Umgang mit der Sonnenstrahlung: Epigonen des Ikarus gleich frequentieren wir Sonnenbänke und benutzen gleichzeitig Sunblocker als Schutz und Selbstbräuner an Stelle des Sonnenbades. Thilo Droste lädt zu einem künstlich-künstlerischen Sonnenbad ein und spricht gleichermaßen die Gedächtnisleistung der Haut wie ihre archaische Funktion als Leinwand an, indem er Schablonen anbietet, um sich von der UV-Strahlung des Solariums „tätowieren“ zu lassen. Die Eitelkeit der Muse und die Hybris des Künstlers, der sich sonnengottgleich in sein Werk einschreibt (oder -brennt) werden in der schelmischen Inszenierung zusammengeführt und befragt.
Anne Brannys

 


THE POLAROID ANDROIDS
eine Fotoausstellung des The Android Collective
06. — 11. JUNI, täglich von 12–19 Uhr.

Vernissage: Dienstag, 6.6.2017 um 20 Uhr mit Musik von Sina Moser.
„Be an Android“: Fotosession im kabinet am 7.6. und 8.6. jeweils von 15-19 Uhr.

Das Android Collective schälte sich im Jahre 2014 aus seinem digitalen Ei und irritiert seitdem mit provokanten Fotoshootings sowohl in privaten wie auch in öffentlichen Räumen. Es ist Teil der Generation, die den digitalen Umbruch miterlebt hat – also noch nicht ‚digital native’, aber bilingual, weil beinahe schon im Uterus mit wertvollen Elektrik-Strahlen (z.B. Kraftwerk) konfrontiert.. Die Grenze zwischen Natur und Technik wird seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert zunehmend hinterfragt und immer unschärfer. Nicht nur technische Hilfsmittel und digitale Kommunikationswege wie Computer, Internet und Mobiltelefonie, die aus der Arbeitswelt wie auch dem Privatleben nicht mehr wegzudenken sind, bezeichnen einen der größten Umbrüche in der Menschheitsgeschichte. Die Nutzung technischer Möglichkeiten zur Steuerung und Modifikation der menschlichen ‚Natur‘ wirft die Frage nach der Grenze zwischen Mensch und Technik, Mensch und digitalen Devices auf.
Das Projekt The Polaroid Androids thematisiert die Ökonomisierung und Technisierung des Menschen. Dabei verwandeln sich die KünstlerInnen in Androiden und erzeugen technische Zukunftsräume, die in Form der Polaroid-Fotografie, ein Medium, das Reproduzierbarkeit ausschließt, festgehalten werden. Das Kollektiv lädt während der einwöchigen Ausstellung die BesucherInnen dazu ein, die Metamorphose mitzuerleben und Teil der Maschine zu werden.

The Android Collective: Felicitas Biller, Antonia Leitgeb, Leonhard Pill, Mark Prohaska.

 

 

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