British Sunday # 2: Kenny Everett

Maurice James Christopher Cole wurde am 25. Dezember 1944 in Seaforth, Lancashire geboren. Seine Karriere als Comedian und DJ begann 1964 beim Piratensender Radio London, wo er den Namen Kenny Everett annahm um einer Verfolgung durch die Behörden zu entgehen. 1966 befreundete er sich mit den Beatles, begleitete sie auf ihrer letzten US-Tour und produzierte in weiterer Folge zwei ihrer für Fanclubs vorbehaltenen Christmas Records.

Sein derber Humor brachte ihn stets in Schwierigkeiten und zwang ihn mehrmals den Sender wechseln zu müssen. Gleichzeitig erfreute er sich großer Beliebtheit bei den Zuhörern und bewies stets ein gutes Händchen für die „Stars“. Zu seinen Arbeitgebern gehörten neben etlichen Lokalsendern die englischen Dienste von Radio Luxembourg und Radio Monte Carlo, Radio 1 (der auf den Erfolg der Piratensender aufbauende Jugendsender der BBC) und das legendäre Londoner Capital Radio.

1975 bat ihn die Gruppe Queen um Rat, deren Plattenfirma befürchtete, ihre neue Single würde wegen ihrer Überlänge kein Airplay erhalten. Everett selbst war so begeistert von der Platte, dass er sie ganze 14 Mal innerhalb eines Wochenendes spielte und auch Kollegen darauf aufmerksam machte. Mit vollem Erfolg: Noch heute gilt Bohemian Rhapsody als eines der besten Musikstücke aller Zeiten.

Zwischenzeitlich gelang es ihm auch Fuß im britischen Fernsehen zu fassen. 1978 nahm er auf ITV die Produktion seiner Sendung The Kenny Everett Video Show (später: The Kenny Everett Video Cassette) auf, die 1981 von der The Kenny Everett Television Show abgelöst und noch bis 1988 mit großem Erfolg auf der BBC ausgestrahlt wurde. Die Shows zeichneten sich neben ihrer zum Markenzeichen gewordenen cartoonesken Komik und ihren zahlreichen prominenten Gästen, vor allem durch ihren kreativen Umgang mit der damals modernen Videotechnik aus.

Kenny Everett starb 1995 an den Folgen einer AIDS-Erkrankung.

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