British Sunday # 12: The Mighty Boosh

In den 1990ern zeichnete sich bei den Briten zunehmend ein Trend zur etwas bodenständigeren Unterhaltungscomedy ab, mit stärkerem Bezug auf alltagliche Situationskomik, Parodien zeitgenössischer Popkultur und Satire. Der als „pythonesk“ bezeichnete, schräge Humor wurde zwar nach wie vor gepflegt, aber kaum noch in dem Ausmaß exportiert, wie es noch in den 1970ern der Fall gewesen war.

In den 2000ern kehrte er langsam zurück und brachte eine neue Generation verrückter Köpfe zum Vorschein. Dabei stach eine Truppe mit ihrer wilden Kreativität und Liebe zum Detail ganz besonders hervor: The Mighty Boosh. Hinter diesem Projekt steckt das dynamische Duo Julian Barratt und Noel Fielding, ergänzt um Noel’s Bruder Michael FieldingDave Brown und Rich Fulcher. Wiederkehrenden Gäste waren Richard Ayoade und Matt Berry, die Fans auch aus der Sitcom The IT Crowd bekannt sein dürften.

Noel Fielding hatte Barratt bei einer seiner Soloauftritte kennengelernt. Die beiden schlossen sich zu einem Double act zusammen, mit dem Plan „die neuen Goodies“ zu werden (siehe British Sunday # 10). Als Basis für ihre Auftritte erschufen sie die Charaktere der beiden Zoowärter Howard Moon and Vince Noir. Der Rest der Truppe wurde dadurch auf sie aufmerksam und kam nach und nach dazu.

Was folgte waren gemeinsame drei Liveauftritte unter dem Namen The Mighty Boosh beim jährlichen Edinburgh Fringe Comedy Festival und 2001 eine sechsteilige Radioreihe auf der BBC. Der große Durchbruch kam aber 2004 mit ihrer gleichnamigen Sitcom. Besonders begeistert war das Publikum von Noel Fielding’s einfallsreichen Kulissen, die auch in seiner späteren Serie Noel Fielding’s Luxury Comedy wieder Verwendung fanden.