Alle Beiträge von bureaudugrandmot

Godot kann warten!

Am Sonntag, 1. Juli 2018 ab 20 Uhr auf der Radiofabrik oder per Livestream unter www.radiofabrik.at

the-bed-henri-de-toulouse-lautrec-18931

Originalbild (C) Toulouse Lautrec, The bed (1893)

Advertisements

Katherina Braschel | Der Dosenrost sagt den Kieselsteinen…

Sonntag, 17. Juni 2018, ab 20:30 Uhr im Café Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

Was der Dosenrost den Kieselsteinen so sagt und warum das etwas mit Lendenwirbelsäulen und Hegel zu tun hat – von diesen und weiteren Dingen wird Katherina Braschel am 17. Juni lesen.
Es wird um umgefallene Gitarrentaschen und Spreenelken und Burschenschafter-Abscheu gehen und darum, dass der Bertram den Sauerrahm vergessen hat (insofern sich dieser Text noch zur Fertigstellung überreden lässt).
Kurzprosa und Gedichte, das wird es werden.

Katherina Braschel teilt ihr Leben zwischen künstlerischem Tun und akademischem Herumtun. Dazu beschäftigt sie sich (auch) viel mit Pornografie, weil das nun mal seit Jahren ihr Forschungs- und Interessensgebiet ist. Ja, echt.
Sie ist im Redaktionsteam der Literaturzeitschrift &radieschen, wo sie die Wechsel-Kolumne „Textgeflüster“ schreibt und war lange mit ihrem feministischen Theaterkollektiv HIRA* aktiv. 2014 hatte ihr Experimentalfilm „EBENDA“ Premiere.
Aktuellste Veröffentlichung in der Literaturzeitschrift mosaik.
Gewinnerin des Literaturwettbewerbs „Wir lesen uns die Münder wund“ 2018.
Katherina Braschel schreibt auf Deutsch, Englisch und in österreichischem Dialekt. Manchmal übersetzt sie ihre Texte in Österreichische Gebärdensprache.

Nachwurf auf Stefan Weber

Artarium am Sonntag, 17. Juni um 17:06 Uhr – Der große Vorsitzende von Drahdiwaberl, der “exzessivsten Band Österreichs”, ist nunmehr auch von uns gegangen. Wir werfen ihm daher, ganz in seinem Sinn, ein paar Reminiszenzen und, ja, natürlich, Fleischbatzerln hinterher. Mit Stefan Weber, der diese Musikkapelle seit dem Jahr 1969, zuletzt sogar trotz seiner schweren Parkinson-Erkrankung, als ein sich immer wieder neu erfindendes Aktionskunstprojekt betrieb, verliert die heimische Kunstszene einen ihrer besten Referenzwerte für kritisch-abgründiges Hinterfragen, nämlich all dessen, was hierzulande “allgemein anerkannt” ist – und somit “normal” und “üblich” sei. So zum Beispiel der “gute Geschmack” oder das “gesunde Volksempfinden”, wie es der Boulevard bis zum Erbrechen zelebriert.

Nachwurf GummibeidlMa konn den Parki überlisten,
oba leida ned total ausmisten.
Ma konn den Parki ignoriern,
ma wird eam trotzdem imma spürn,
genauso wie die Midlife-Krise,
sich nix scheißen is mei Devise.

I wü liaba a Dauererektion,
i scheiß auf den Parkinson.
(The show must go on)

Geh weg, Parki!
Geh scheißn, Parki!
*zähnefletschknurr*

Diese Zeilen aus dem Parkinson-Blues (vom Drahdiwaberl-Album Sitzpinkler 2004) haben mich damals schwer beeindruckt – und sind eins von vielen Zeugnissen, wie radikal ernst es ihrem Autor mit seiner aktionistischen Selbstinszenierung immer war. Und dafür, Nachwurf 1, ist ihm unsere Bewunderung auch über den Tod hinaus sicher. In der legendären ORF-Sendung “Phettbergs Nette Leit Show”, über die wir das Portrait “Die Krücke als Zepter” gestaltet haben, ragte Stefan Weber als Gastnaturgemäß ebenfalls heraus. Dieses übermenschelnde Künstlergespräch spielen wir, quasi als Nachwurf 2, in seiner vollsten Länge – und Schönheit. Und zum dritten Nachwurf gereicht uns eine der wenigen Drahdiwaberl-Nummern, die auch von der Konserve gespielt den Live-Exzess der Truppe rüberbringt: Die Nazioper von 1994.

Reminiszenzen gibt es hinsichtlich einer eigenen Performance-Oper (“White Noise – Mark will leben” 2007 in der ARGEkultur, zusammen mit Markus Janka, Daniel Toporis und Mea Schönberg). TheaterblutGummibeidlOnanieren, da sind durchaus einige Parallelen erkennbar. Oder bezüglich der Musik, die Stefan Weber Zeit seines Lebens inspiriert hat: derjenigen von Frank ZappaGanz abgesehen von den zahlreichen Künstlern und Musikern (und * und -innen), denen der Drahdiwaberl wiederum selbst zur Inspiration wurde, das eine oder andere davon werden wir auch auspacken

Warum diese Sendung überhaupt anhören? – Weil ich es kannHahahahaha!

PS. Wir empfehlen zudem heftigst diese schöne Aufnahme: “Stefan Weber und Walter Gröbchen” (Stream aus dem CBA-Archiv) von aufdraht: vagabundenradioLesung/Liveperformance/Künstlergespräch aus dem Wiener Rathaus 2007 oder die Lehrer-Schüler-Begegnung der etwas anderen Art.

Luka Leben | Unter der Zunge

dsc_0083Sonntag, 10. Juni 2018, ab 20:00 Uhr im Café Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

Luka Leben liest Auszüge aus ihrem 2017 erschienenen Kurzgeschichten-Band und neue Kurzprosa.
„Unter der Zunge“ wohnt die Bedeutung, schlummert Zu-Sagendes und versteckt sich die Wahrheit. Hier ist der Ort für unsere Muttersprache, die uns vertraut ist. Aber die uns auch überrascht und verunsichert, wenn wir auf neue Bedeutungen und Missverständliches stoßen. Luka Leben erzählt Geschichten, die im Vertrauten, dem Offensichtlichen, beginnen, um uns dann tiefer, dahinter oder eben darunter blicken zu lassen. Das Mittel dieses Aufspürens ist die Sprache, die uns Bekannte, die gedreht, gewendet und verwendet wird, bis sich die Fragen stellen und Offensichtliches verschwindet. Antworten und Bedeutungen, liebe Leserin, lieber Leser, dürfen Sie selbst aufdecken und anerkennend mit der Zunge schnalzen. (Probieren Sie es doch vor dem Spiegel aus und schauen Sie genau hin.)“

– Stefan B. Findeisl
Luka Leben, 1989 in Salzburg geboren, studierte Kunst und kommunikative Praxis an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und Bildnerische Erziehung und Germanistik in Salzburg. Aktuell forscht sie im Rahmen ihrer Dissertation im Bereich Visual Literacy und unterrichtet an der Universität Mozarteum. Seit 2014 unterrichtet sie außerdem am Musischen Gymnasium in Salzburg, unter anderem Kreatives Schreiben und Literatur. Luka Leben ist Illustratorin der Kinderbücher „Die Insel der verschwundenen Klänge“ und „Das Leben ist schön und andere Märchen“ (Tandem Verlag). 2017 ist ihr erster Kurzgeschichtenband „Unter der Zunge“ als Gewinner-Publikation des Literatur-Wettbewerbs „Wir lesen uns die Münder wund“ erschienen.

Owie lacht (Bilgeri & Köhlmeier)

Artarium am Sonntag, 10. Juni, wegen Überlänge sogar schon um 17:00 Uhr – Dies ist ein beinhartes Nostalgieprogramm. Allerdings richtet sich die Musik nicht gegen eine bestimmte Gruppe, sondern gegen Jederman, der sich betroffen fühlt – auch gegen mich selbstOwie lacht da ein jegliches, das die frühen Austropop-Hymnen der 70er Jahre noch selbst aus dem Radio gedudelt bekam. Etwa “Sein Köpferl im Sand” von Arik Brauer, dessen Vorspann ich hier eingangs verbrach. Oder die “inoffizielle Landeshymne” der beiden, vor über 40 Jahren auch mal im Duett als “Ray & Mick” auftretenden Hervorbringer des Albums “Owie lacht”, der unumstritten allererste alemannische Mundart-Ohrwurm “Oho Vorarlberg” von Michael Köhlmeier und Reinhold Bilgeri. Und wie verschieden sie dann sind…

owie lachtNachdem wir bereits in der Sendung “Die Köhlmeier Rede” auf Herkunft und Frühwerk des Schriftstellersverwiesen haben, um seine heutige Position in der medialen Erregung zu beleuchten (mit “March Movie”, dem legendären ORF-Hörspiel von 1983), reisen wir diesmal noch um ein weiteres Jahrzehnt zurück – in die Zeit seiner text-musikalischen Anfänge und fürwahr humoresken Mundart-Experimente. Als Beispiel für die interpretative Ergiebigkeitseiner damaligen Ergüsse sei hier der Zwischenspieljodler aus dem erwähnten Vorarlberglied angeführt (und genau so steht der Text im CD-Booklet):

Holleraggi, Dolleraggi, Ahiazolleraggi…
Roll roll roll Rolladen, Zwirnsfaden, Leberbraten usw…

Das sollte uns doch zu denken geben! Ganze Doktorarbeiten der Germanistik ließen sich daraus schnitzen, ja sogar Lehrstühle auf Lebenszeit – also, wenn man sich da mal Walther von der Vogelweide anhört?

Doch Scherz beiseite, hier noch ein paar Fußnoten fürs geneigte Sammelalbum unseres Publikums: Der auf Owie lacht enthaltene Song “Sus wär i sealbr dra” erinnert in seiner ganzen Aufmachung stark an “Ballad of a Thin Man” von Bob Dylan, wovon inzwischen auch eine schräge Coverversion von Laibach existiert. Michael Köhlmeiers sehr spezielles Verhältnis zu Urheberschaft und Inspiration verdichtet sich schön im Titel seines Albums “12 Lieder nach Motiven von Hank Williams” aus dem Jahr 2008. Und seine Vorliebe fürs Vervorarlbergisieren von internationalen Popmotiven ist ihm nach wie vor ungebrochene Leidenschaft, wofür diese Version von Lou Reeds “Walk on the Wild Side” als Beweis genügt.

Das Problem ist, mit der Arbeit fertig zu werden…

 

Wir lesen uns die Münder wund 2018 • Finale

logo_web-22

Freitag, 8. Juni 2018, 20 Uhr, Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23, 5020 Salzburg.

Finale des Autor*innen-Wettbewerbs & Live-Musik

Seit 2009 gibt es jährlich den MARK-Wettbewerb für noch nicht kommerziell publizierte Autorinnen und Autoren. In den Vorrunden wählt das Publikum drei Finalist*en, die im Literaturhaus um den Hauptpreis lesen – eine professionell begleitete Publikation eigener Texte in Buchform. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, bestehend aus Organisatoren und einer vor Ort ausgelosten Vertretung des Publikums.

Finalistinnen: 
Dominique Brass, Gewinnerin Vorrunde 1
Barbara Hauser, Gewinnerin Vorrunde 2
Katherina Braschel, Gewinnerin des Online-Votings

Gastautor: Martin Piekar
Musik: Sabrina Barth

Erstmals wird bei dieser Veranstaltung auch das druckfrische Buch von Vorjahresgewinner Matthias Gruber erhältlich sein. Alle Informationen zum Wettbewerb auf www.marksalzburg.at

Eintritt: € 6/4
Veranstalter: MARK, mosaik, erostepost, Verein Literaturhaus

Diesmal im Radio du Grand Mot

rdgm2_2Am Sonntag, 3. Juni 2018 ab 20 Uhr auf der Radiofabrik 107,5 MHz (Salzburg) oder per Livestream: www.radiofabrik.at

Der zweiten Staffel zweiter Teil. Zweifelhaft im Vergnügen, zweifellos. Der Präsident gibt sich die Ehre, die Kollegen von Radio Fro werden in Ketten gelegt und Peter.W. ist – haha – unter.W.gs in der Wiener Literaturszene. Im Zweifelsfall: Laut Fragen!

Mit von der Partie sind diesmal:

Karl mit Beistrich (Radio Orange), Laut Fragen, Abkürzungen, mosaik präsentiert, Magic DelphinFrau Nowak’s Transorientalischer Minibus: Aznash Ensemble, Die Zielgruppe fordert, Café Depresso (Radio Fro), Die Aeronauten covern Die Sterne, Sprich mal schwedisch, Barquiz, Kreisky, unter.W.gs, Früchte des Zorns, Gespräch: Übersetzerinnen, A Boy Among Beasts.

Auch diesmal kann man Sendungsproduzent Peter.W. wieder live beim Zuschauen zuschauen und ihm im Chat Fragen stellen:

https://www.facebook.com/bureaudugrandmot (Anmeldung nicht erforderlich)