British Sunday # 10: The Goodies

Bill Oddie, Tim Brooke-Taylor & Graeme Garden

Zu den Cambridge Footlights der frühen 1960er zählten John Cleese, Graham Chapman, Eric IdleBill Oddie, Tim Brooke-Taylor und Graeme Garden. Über mehrere Jahre hinweg arbeiteten sie zusammen an verschiedenen Projekten wie den Frost Report (siehe British Sunday # 5), die Radioreihe I’m Sorry, I’ll Read That Again oder die Sketchshow At Last The 1948 Show. Als Cleese, Chapman und Idle 1969 den Monty Python’s Flying Circus in Angriff nahmen, gründete das verbliebene Trio seine eigene Gruppe: The Goodies.

Die BBC bot ihnen eine eigene Serie an, die mit großen Erfolg zwischen 1970 – 1980 lief und zum Inbegriff der britischen 1970er wurde. Im Gegensatz zum Flying Circus wurde hier Unterhaltung für ein etwas breiteres Publikum geboten. Nichtsdestotrotz erstaunte die Serie mit cleverem Witz, schräger Slapstick, raffinierten technischen Spielereien und einer unglaublichen Liebe zum Detail. Auch der Plot war alles andere als seicht: Es wurden Themen wie Feminismus, Tier- und Umweltschutz, Systemkritik und sogar die Apartheid behandelt. Zeitgenössische Entwicklungen wie der Punk fanden ebenso ihren Platz, wie Referenzen auf gerade aktuelle Pop- und Medienphänomene. Auch Freunde der Science-fiction kamen auf ihre Kosten: In einer Folge war das komplette Set des originalen Raumschiff Enterprise zu sehen, in einer anderen die TARDIS aus Doctor Who und in einer dritten R2D2 aus Star Wars. Kurz: The Goodies war ein ehrgeiziges Projekt das eine ganze Generation für sich begeisterte und mit verrückten Musikstücken wie „Funky Gibbon“ auch die Charts stürmte.

Dementsprechend hoch waren die Kosten für die Serie, was schliesslich zu ihrem Ende führte. Die BBC hatte sich 1980 mit ihrer TV-Umsetzung von The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy übernommen und musste Einsparungen vornehmen, mit denen das Trio nicht einverstanden war. Sie wechselten von 1981 – 82 zu ITV, das ihnen ein weitaus geringereres Budget zur Verfügung stellte, womit sie die bisherige Qualität der Serie nicht aufrecht erhalten konnten. 1982 war das Ende für The Goodies und die drei Comedians wandten sich anderen Dingen zu. Nichtsdestotrotz hatten sie mit ihrem Programm großen Einfluss auf die britische Comedy. Zu erwähnen ist auch, dass sich der 50-jährige Maurer Alex Mitchell aus King’s Lynn 1975 über eine Folge der Goodies buchstäblich zu Tode gelacht hat.

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British Sunday # 9: Spitting Image

Eine der bekanntesten britischen Comedyexporte der 1980er und 90er ist die satirische Puppenshow Spitting Image, die bekannte Persönlichkeiten ihrer Zeit überzeichnet karikierte und schonungslos durch den Kakao zog. Auch sie baute auf den Trend der 1980er Alternative Comedy auf und gilt, neben The Comic Strip presents… zu ihren langlebigsten Ausläufern.

Zwischen 1984 und 1996 wurde alles was Rang und Namen hatte, ob nun Vertreter der Politik, des Adelshauses, des Sports, der Film oder Musikindustrie, zum Opfer der vorlauten Puppen. Häufige Zielscheiben waren die britische Premierministerin Margaret Thatcher, US-Präsident Ronald Reagan und die Royals.

Kreiert wurde die Serie von Martin Lambie-Nairn und den Machern der Puppen, Peter Fluck und Roger Law. Darüber hinaus war ein riesiges Team in das Projekt involviert, darunter John Lloyd, der ehemalige Producer von Not the Nine O’Clock News (siehe British Sunday # 6), Autor Ben Elton (siehe British Sunday # 7), sowie Rob Grant and Doug Naylor die später mit der Science-fiction-Sitcom Red Dwarf bekannt wurden.

Zudem wurden zahlreiche Imitatoren und später bekanntere Comedians als Sprecher engagiert, wie Harry Enfield, Chris Barrie, Rory BremnerSteve Coogan (alias Alan Partridge), Jon Culshaw und Peter Serafinowicz. Die Serie lief in 18 Staffeln auf ITV, räumte einige Preise ab und schaffte es mit ihrem berühmten The Chicken Song selbst an die Spitze der Charts. In Österreich fand sie vor allem durch ihre Ausstrahlung in der ORF-Sendung kunst-stücke Beachtung.

Samstag ist Werktag # 5

Beniamin Urbanek studierte Telekommunikation und Medien an der Fachhochschule St. Pölten und Art Science an der Universität für Angewandte Kunst und schloss 2013 sein Studium mit Master of Arts ab. Nach jahrelanger Erfahrung als Animator und Filmcutter machte er sich selbstständig und arbeitet seitdem als Freelancer für B2B-Klienten und Künstler im Bereich Animation & Film. Neben seiner beruflichen Laufbahn betätigt er sich künstlerisch in den Bereichen Animation, Film und Illustration.

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Writers On The Storm 2.0

Dead Poets Society (USA, 1989)

Wie schon im Juni angekündigt, soll im Jugendzentrum YoCo ein altes Projekt des Bureaus, in überarbeiteter Form wiederbelebt werden. Dabei handelt es sich, wie wir jetzt bestätigen können, um die Lesereihe Writers On The Storm, die vor allem jungen Nachwuchsautor*innen eine Bühne geben und sie mit Informationen über laufende Initativen versorgen soll.

Als Vorbild für die überarbeitete Fassung dienen die ersten Lesungen der Literaturplattform Poetro, die vor 12 Jahren ebenfalls im YoCo stattfanden. Darauf beruhend wird die neue Writers On The Storm-Reihe unter dem Begriff Poetry Jam* zusammengefasst.

Der erste Termin soll am Freitag den 13. Oktober stattfinden.

* Poetry Slam minus Slam (Wettstreit) plus Jam Session

British Sunday # 8: Q

Spike Milligan wurde in den 1950ern durch die Hörspielreihe Goon Show mit Peter Sellers und Harry Secombe weitreichend bekannt (siehe British Sunday # 4). Ende der 1960er wurde er Nutznieser einer eigenen Show auf der BBC, die über viele Jahre lief und mit jeder Staffel den Namen änderte. So hieß die erste Staffel Q5 (1969), die Zweite Q6 (1975), die Dritte Q7 (1977), die Vierte Q8 (1978), die Fünfte Q9 (1980) und die Sechste There’s a Lot of It About (1982).

Die Q-Reihe war eine komplett alberne Sketchshow mit surrealen Elementen, die verdächtig an den Monty Pythons Flying Circus erinnerte. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen verrückten Zufall, denn sowohl Milligan als auch die Pythons hatten unabhängig voneinander in dieselbe Richtung gearbeitet, ohne es zu bemerken. Die erste Folge von Q5 kam nur wenige Monate vor dem Flying Circus heraus und veranlasste die Pythons ihr Konzept noch einmal komplett zu überarbeiten, um sich stärker von Milligan’s Show zu unterscheiden. Auf der anderen Seite gefiel ihnen der anarche Stil seiner Sketche, die oft ohne klare Anfänge und Enden auskamen. Ein Modell das sie wiederum in ihre eigene Show übertrugen. Somit trug Q, wenn auch indirekt, zum heute bekannten Stil der Pythons bei.

Q selbst lief zwar länger und gilt heute als wegweisend für die Entwicklung der Britischen Comedy, konnte mit den Pythons aber nicht mithalten, zumal die BBC auch mehr Zeit und Energie in deren Projekt steckte, da es sich als lukrativer erwies. Milligan trug den Jungs selbst aber nichts nach und hatte später in Life of Brian sogar einen kleinen Cameo-Auftritt.

 

Samstag ist Werktag # 4

Sandra Brandstätter (* 1980 in Salzburg) hat Multimedia Art an der FH Salzburg studiert; heute lebt sie in Berlin, wo sie als Illustratorin und vor allem als Concept Designerin für Trickfilme arbeitet, u.a. für die Serie „Siebenstein“ und die „Sendung mit der Maus“. Der Kindercomic „Paula – Liebesbrief des Schreckens“ ist ihr Debüt als Comiczeichnerin.

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Auswahl

Illustrationen und Comiks, 2012 – 2017

 

Chor d’accord


Seit 2014 stellt der salzburger Chor d’accord den ersten Soundpainting-Chor in Österreich. Zurzeit arbeitet er mit der renommierten Bodypainterin Birgit Mörtl an einer spannenden Outdoor-Performance, die am Samstag, 15. July 2017 ab 19 Uhr im Mirabellgarten, Salzburg ihre Premiere feiert. Eintritt: frei(willige Spende)

Hier ein kleiner Vorgeschmack: