Der Watzmann ruft

Artarium am Sonntag, 16. September um 17:06 Uhr – Jetzt ist schon wieder was passiert. Der Bua ist tot. Weil der Berg, der hot koa Einsehn nit. Und schuld an dem ganzen ist die Gailtalerin, das weiß doch jeder, die tragt auch feuerrote Unterröck. Seit den frühen 70ern begleitet uns “Der Watzmann ruft” nun schon durch das eher spezielle Verhältnis des allgemeinen Österreichers zu seiner ländlichen Volkskultur. Ein vielschichtiges Stück Musiktheater, an dem jede Genrezuordnung zerplatzt, wie sich mit erheblichem Lustgewinn feststellen lässt, wenn man diverse Doktorarbeiten zum Thema besucht. Von einem “Definitionsmoloch” ist da die Rede, und nicht ein Wissensgschaftler kann endgültig sagen, worum es sich dabei genau handelt. Ist es ein Hörspiel, ein Konzeptalbum, ein Popmusical oder eher eine Dialekt-Rockoper?

Der Watzmann ruftDa verrenken sich die lieben Kolleg_innen aber den Hirnarsch beim Schachterlscheißen. Lassen wir doch einen der Hervorbringer dieses über Generationen hinfort wirkenden Kunst-Stücks zu Wort kommen! Herr Ambroswas genau ist denn “Der Watzmann ruft”?“Ein ganz ein eigenes Format. Man kann ja net amoi sogn a Musical, sondern es is a Musiktheater oder ein Theaterstück mit erklärendem Bänkelgesang oder wos a immer. Auf jeden Foi ka richtigs Musical. Es gibt nix Vergleichbares. Und i denk, des hod natürlich a sein Grund.” AhaUnd wie ist das alles zustande gekommen? “Wir haben ein Jahr lang so gredt (“Wie schallts von der Höh? Hollorödulliöö!”), sind dann sogar Bergsteigen gangen und sind total auf den Karl-Heinrich Waggerl und den Luis Trenker abgfahren. Wir haben schon an echten Huscher ghabt. “Der Watzmann ruft”, das ist von einem winzigen Kern ausgangen, von einem Hund namens Watzmann, und dieses Ur-Gerippe hat sich weiter entwickelt zur Plattenversion und zur Bühnenfassung.” Das klingt doch einigermaßen lustig! “Die Geschichte unserer eingrauchten Nächte seit 1972.” (Sämtliche Zitate aus Worte, Bilder, Dokumente von 1987). Was uns die 3 Herren Ambros, Tauchen, Prokopetz hier hinterlassen haben, ist mehr als einfach nur ein “Rustical”. Wir spielen daher die aufgefrischte Original-Version dieses hypnotischen Hörweltspiels.

PS. Einen wohl noch schicksalsträchtigeren Gipfelsturm gibts demnächst in Salzburgzu besichtigen, wenn sich die EU-Staatsoberhäuptlinge zum Thema Migration treffen. Das Thomas Bernhard Institut setzt schon am Mittwoch, 19. September eine Nacht der Künste dagegen. Näheres dazu erfahrt ihr auch in diesem Nachtfahrtblogartikel.

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Janea Hansen: Darf ich ausreden

JaneaHansen_AnnaKonrath[1]Am Sonntag, 16. September 2018, ab 20:00 Uhr im Cafe Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

Die Autorin präsentiert neue, noch nie gelesene Texte, die zum Teil als Poetry Slamtexte entstanden sind, halbgare Ideen, Teile eines aktuell entstehenden Romanmanuskriptes und vor allem Gedanken, die nicht zuende gesprochen wurden, weil am Ende der Diskussionen, die vorausgingen, einfach nur noch die Worte fehlten. Kurz gesagt wird es gehen um: Partys und Feminismus und Einsamkeit und Kinder oder auch keine Kinder ums Scheitern und die anderen um Bier und Angst und Lügen und um Spaghetti an der Wand.

Janea Hansen wurde 1991 im hohen Norden Deutschlands geboren. Das Studium verschlug sie 2011 nach Wien und die Liebe zu dieser Stadt hielt sie bis heute dort. Sie ist Slam Poetin, Autorin, Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin, Moderatorin, Feministin, Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift &Radieschen und an Sonntagen, an den sie nicht selbst liest, moderiert sie den AnnoLiteraturSonntag.

*wort.klang präsentiert:* Julia Krammer & Gregor Krammer

Am Sonntag, 9. September 2018, ab 20:00 Uhr im Cafe Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

Krammer und Krammer lesen Passagen aus ihren Romanmanuskripten.

/Die verborgene Summe/ (Julia D. Krammer) erzählt die Geschichte eines
jungen Schauspielers, der durch das Mienenfeld der Branche stolpert, um
sich schließlich selbst ins Gesicht zu sehen.

/Das offene Fenster/ (Gregor Krammer) ist die Geschichte eine
Freundschaft an der Schwelle von Kindsein zum Erwachsenwerden.

www.wortklang.at

*Julia D. Krammer*

Die 1985 geborene Wienerin wuchs im Waldviertel auf, ihre Studien (Grafik Design, Rechtswissenschaften, Medical Law) führten sie jedoch wieder zurück in Österreichs Hauptstadt, wo sie seit Jahren lebt und arbeitet. Julia ist Schriftstellerin, Sprecherin und Gründerin der Kunst-/Kulturplattform wort.klang sowie Mitglied des literarischen Kollektivs JungWien14.
Ihre Kurzgeschichten erschienen in Anthologien (Fluchtraum, Edition FZA 2015; Dionysische Nächte, Engelsdorfer Verlag 2017; Nichts.Konsens, edition fabrik.transit 2018), in einem Kunstsammelband, den sie auch selbst illustrierte (Lokalkolorit, 2017) sowie auf der StoryApp des Münchner Kurzgeschichtenwettbewerbs (Short List 2017), außerdem verfasste sie das Drehbuch für ein Kindermusical (Premiere: August 2018). 2018 stellt sie ihren ersten Roman fertig.

*Gregor Krammer*

Gregor Krammer wuchs in der Steiermark auf und gewann mit elf Jahren seinen ersten literarischen Wettbewerb. Zahlreiche Werkstätten des Literaturhauses Graz folgten. Er war Zweitplatzierter im steirischen Wettbewerb für Kinder- und Jugendliteratur und wurde bisher in Anthologien und Literaturzeitschriften (u.a. Lichtungen) veröffentlicht.
Gregor betreut Schreibzeiten der Literaturwerkstatt Graz und schreibt derzeit an seinem dritten Roman.

Dichtkunst oder Humor?

Artarium am Sonntag, 9. September um 17:06 Uhr – Neulich suchte ich in meinem Computer nach alten Tonaufnahmen von Max Goldt – und wähnte diese im Ordner namens Humor. Dort waren sie aber nicht, stattdessen fand ich sie in einem anderen Ordner namens Dichtkunst. Ich glaube zwar nicht, dass dieser Umstand Endgültiges über die Zuordnung von Max Goldts Werken aussagt, aber ein Körnchen Wahrheit wohnt ja in jedem noch so blinden Huhn. So heißt Max Goldt ursprünglich Matthias Ernst und nicht etwa Franz Lustig, was schon mal ein dezenter Hinweis sein könnte. Ganz und gar erschüttert war ich dann allerdings über seinen fast seriösen Auftritt in “Druckfrisch”. Was haben wir uns früher nicht zerpeckt über herrliche Wortgetüme wie SpinnenabdomensalatSeepockensperma oder Leihmumienanalsex!

Max Goldt - Dichtkunst UND HumorSelbige finden auch in einer sehr frühen Artarium-Ausgabe statt, in der unser Anstifter Peter.W. 2007 ein paar dadaeske Lesungen von Max Goldt mit Liedern von Funny van Dannen zu einer Art kleiner Hirnfeuerschau montiert hat. Und nun, gut 11 Jahre später, wollen wir dem knallbumsen Frühwerk des einstigen Songschreibers sowie Titanic-Kolumnisten auf ähnliche Weise, jedoch speziell unter dem Aspekt der Dichtkunst, unsere Resonanz erweisen. Dazu schneiden wir Songs seiner legendären Band “Foyer des Arts” ins Programm, vor allem aus dem Album “Ein Kuss in der Irrtumstaverne” von 1988. Dort finden sich Sprachperlen wie zum Beispiel: “Der Islam nervt und meine Hose ist zu eng.” Oder aber: “Zwei Leute heiraten. Die Frau riecht nach Niveacreme und der Mann findet das toll.” Das sind zugegeben nicht die Refraintexte, die damals in Mädchentoiletten gekritzelt wurden und von denen Bettina Dunkel in ihrem persönlichen Statement berichtet. Aber auf jeden Fall Indizien dafür, dass sich im poetischen Gesamtwerk von Max Goldt die Kategorien Humor UND Dichtkunst ganz vortrefflich verbinden.

Und Bettina Dunkel stellt fest: “Nachfolger hat die Band ohne Vorbild nie gefunden. Für mich allerdings wurde sie zum Vorbild in Sachen Selbstständigkeit. Max Goldt, der später als Schriftsteller die Kunst des Abschweifens perfektionierte, ist seitdem mein Zöllner an der Grenze zum guten Geschmack. Und wird es auch immer bleiben.”

Napalm für’s Herz

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Radio du Grand Mot || Staffel 2, Folge 5 || Napalm für’s Herz
Am Sonntag, 2. September 2018, ab 20 Uhr auf der Radiofabrik (www.radiofabrik.at)

Unter anderem mit Max Zirkowitsch, Lang lebe Roland, Café Depresso und der Radiopremiere von „Safe mit dir“ aus dem neuen Album „Milde Sorte“ von Magic Delphin (Danke an Wohnzimmer Records).

Das Hazerl kommt

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 26. August – Sie wurde schon früh wegen ihres Namens “gehazelt”, sagt die 24-jährige Sprachspielerin aus der Schweiz. Auch ihr erstes abendfüllendes Solo- Programm “Hazel Brugger passiert” ist voller detailreich wortverliebter Assoziationen aus dem Ab- und Untergrund allzu menschlichen Seins. Selbst Sigmund Freud hätte dabei seine solche, wenn er nur noch erleben könnt, wie sie souverän von der Bühne herab die Psyche der Pandora auseinander nimmt. Auch in Salzburg passiert so ein “Happening of herself” (am 24. November im Republic), welches Hazels Homepage allerdings bereits jetzt als ausverkauft anpreist. Erfolghat halt verschiedene Nebenwirkungen. Doch unser Wortspiel mit ihrem Vornamen meint eh mehr jenes Böhse Hazerl, das wir selbst gern sind, ob allein oder zu zweit.

Hazerl Brugger by Ornella CacaceWobei, die Verniedlichung hat hier durchaus eine reale Entsprechung in der Kunstperson. Denn eine der von ihr dargebotenen Facetten ist eben das “liebe, arme, herzige Hascherl” als Gegenpol zur brutalen Direktheit, mit der sie uns die Tatsachen unserer Existenz ins Gemüt prügelt. Und das ist beileibe nur ein Aspekt von vielen – dieses Hazerl verkörpert eine Polyvalenz, die so vielschichtig ist, dass sich öfter sogar das Leben selbst anstrengen muss. Genau deswegen stellen wir euch diese junge Künstlerin auch vor: Wir sind nämlich davon überzeugt, dass Hazel Brugger nicht nur ein Gewinn für die niveauvolle Unterhaltung an sich ist, sondern jedem kreativen Gehirn so einiges an Inspiration fürs Eigene bietet. Eine verbaleruptive Sprachmassage, die sogar Hirnregionen stimuliert, von deren Möglichkeiten man bislang keine Ahnung hatte. Um hier einen Großmeister des Kopftheaters zu bemühen: “Kruzitürken, i woa noch nie in meim eigenen Hirn!” Josef Hader – Privat. Was die sich Ereignende wohl dazu sagen würde? “Kulturveranstaltungen gibt es nur, weil wir uns zwei Stunden lang davon ablenken wollen, dass wir sterben. Und das machen sie gerade hier…” Touché.

Wir wünschen (und haben) viel Vergnügen!

Safe mit dir (Radiopremiere)

39409649_914122065455725_6937152196345593856_oLetztes Jahr feierte „Leben am Mars“, Titelnummer des gleichnamigen Debütalbums von Magic Delphin seine Radiopremiere in unserem Radio du Grand Mot. Zur Veröffentlichung seines neuen Albums Milde Sorte soll diese Tradition fortgesetzt werden, allerdings musste hierfür nicht mit dem Magic Delphin selbst verhandelt werden, sondern mit den Leuten von Wohnzimmer Records, dem freshen Label aus Wien bei dem er mittlerweile unter Vertrag ist.

Zum Glück haben die sich als relativ unkompliziert und sehr nett herausgestellt, was uns in die erfreuliche Lage bringt in der nächsten Sendung, am Sonntag, den 2. September 2018 ab 20 Uhr die exklusive Radiopremiere von „Safe mit dir“ präsentieren zu können.

Milde Sorte erscheint am 28. September 2018 bei Wohnzimmer Records und wird über Rough Trade vertrieben. Die Präsentationen finden am 27. September im B72, Wien, am 05. Oktober im Shakespeare, Salzburg und am 12. Oktober im Rockhouse, Salzburg statt.

das salzburger kunstkollektiv