Radio du Grand Mot?

Seit 1998 bietet der freie Sender Radiofabrik ein Sprachrohr für die Salzburger Kunst und Kulturszene. Alle wichtigen Gruppen und Initativen der Stadt haben dort ihre eigene Sendung. Und auch wir haben schon desöfteren mit dem Gedanken gespielt. Was uns bisher davon abhielt? Nun, wir sind nicht gerade dafür bekannt untätig herumzulungern und Däumchen zu drehen! Daher stand ein „Radio du Grand Mot“ bisher ziemlich weit unten auf unserer Prioritätenliste. Doch vor kurzem ist ein neues Interesse an dem Projekt entfacht; Gespräche werden geführt, neue Ideen und Lösungen für eine möglichst ökonomische und vielfältige Sendungsgestaltung ausgetauscht. Es ist noch lange nichts spruchreif, aber wer sich am Brainstorming beteiligen will: Die Zeit ist gekommen!

Kontakt: bureaudugrandmot@outlook.com

British Sunday # 6: Not the Nine O’Clock News

Mel Smith, Pamela Stephenson, Rowan Atkinson und Griff Rhys Jones.

1978 setzte ein Generalstreik die New York Times außer Gefecht, über mehrere Monate hinweg erschienen keine neuen Ausgaben des Blatts. An ihre Stelle trat kurzweilig eine Parodie unter dem Titel Not the New York Times, die rasch Verbreitung in der Bevölkerung und ihren Weg in die Hände des britischen Fernsehproduzenten John Lloyd fand. Sie inspirierte ihn zu einer neuen, rotzfrechen Nachrichtensatire für die Arbeiterklasse: Not the Nine O’Clock News.

Die im Jahr 1979 produzierte Pilotfolge galt als absolutes Desaster. Erwähnenswert ist allerdings das John Cleese darin noch ein letztes Mal als Basil Fawlty auftrat, da die geplante erste Staffel die Sendezeit von Fawlty Towers übernehmen sollte – wozu es natürlich nicht kam. Das Format wurde zu einer Sketchshow überarbeitet und vom anfänglichen Cast blieben lediglich Chris Langham und Rowan Atkinson übrig, die um Pamela Stephenson und Mel Smith ergänzt wurden. Die tatsächliche erste Staffel von Not the Nine O’Clock News wurde zu ihrer Zeit oft als schlecht geschrieben, unwitzig und skandalös kritisiert, manche Aussagen und „Angriffe“ auf Personen des öffentlichen Lebens gingen für viele weit über die Grenzen des schlechten Geschmacks hinaus. Irgendwem in der Chefetage schien das Ganze aber zu gefallen und so wurde eine zweite Staffel in Angriff genommen. Langham wurde durch Griff Rhys-Jones ersetzt, welcher zuvor schon einige kleinere Gastauftritte in der Show hatte. Ab hier war der Sendung deutlich mehr Erfolg beschieden, die Quoten wurden besser, sie gewann einen BAFTA Award und die Silver Rose beim jährlichen Montreux Festival. 

1982, nach vier Staffeln und einer Bühnenshow beendeten die vier Comedians ihre Zusammenarbeit und widmeten sich wieder anderen Dingen: Stephenson ging nach Hollywood, Atkinson arbeitete an seinen Erfolgsserien Blackadder und Mr.Bean, das Duo Smith und Jones an ihrer langjährigen Sketchshow Alas Smith and Jones. Und Lloyd beteiligte sich an einer subversiven Puppenshow namens Spitting Image – dazu ein anderes Mal mehr!

Not the Nine O’Clock News gilt als Wegbereiter der Alternative Comedy im britischen Fernsehen – mit der eigentlichen Bewegung verband sie wenig – und hatte noch großen Einfluss auf die britische Fernsehcomedy der 1980er.

 

Samstag ist Werktag # 2

Peter.W. (* 1983 in Salzburg) ist ein freischaffender Künstler und Mitbegründer des Bureau du Grand Mot.

Perspektiven

Vektorgrafiken, 2016/17

 

 

PYX 1.0

Zwischen 4. und 9. Juli, täglich von 12 bis 19 Uhr gastiert das Projekt PYX im [kabɪˈnɛt] und präsentiert uns seine interdisziplinäre Installation PYX 1.0, die sich mit dem Thema der Identitätskonstruktion beschäftigt. Ausgehend von der Annahme, dass sich Identität aus dem Verhältnis zwischen der Innenwelt des Subjekts und dessen Außenwelt bildet, behandelt das Künstlerduo Viva Alagic und Nicco Harzig die Konstruktion des Ichs aus jeweils einer dieser Positionen. Dabei greift das Projekt auf theoretische Grundlagen von Denkern wie Jacques Lacan zurück und verbindet diese mit Elementen aus japanischem Tanztheater, zu einer multimedialen Collage. Die Grundkonstruktion besteht aus einem begehbaren Tunnel, der als Außenwelt auf den Betrachter als Subjekt einwirkt. Das Innenleben des Tunnels repräsentiert die Innenwelt des Subjekts, das dem Druck der Außenwelt schutzlos ausgeliefert ist.

Mehr zu dem Projekt unter: www.pyxproject.org

Wolfkiller Suite Teaser 2

Wie schon erwähnt erscheint am 31. Juli 2017 die neue Single Wolfkiller Suite von WolfwetzHjörtur Hjörleifsson und Michael Szedenik auf unserem Netlabel Labor L’art.

Da es sich als zu mühsam herausgestellt hat jedes Mal die Namen aller Beteiligten zu nennen, hat sich das Trio nunmehr auf einen gemeinsamen und sehr naheliegenden Alias geeinigt: Wolfkillers

Wolfkiller Suite ist die erste Auskopplung des neuen Albums SinusHerz von Wolfwetz, das gegen Ende des Jahres online gehen soll. Das dazugehörige Coverartwork von Norbert K. Hund präsentieren wir nächste Woche hier im Blog.

er.finder deiner WELT

Von 27. Juni bis 02. Juli, täglich von 12 – 19 Uhr ist der Salzburger Künstler Florian Boehm zu Gast im [kabɪˈnɛt]. Durch einen spielerischen Zugang wird der Raum für eine Woche zu einem Ort des Erzählens über sich selbst. Die Erzählungen über das ICH werden auf Papierausschnitten festgehalten, welche bei der Finnisage am Samstag den 1. Juli, ab 15 Uhr in einem festlich partizipativen Akt umgeformt werden.

British Sunday # 5: The Frost Report

John Cleese, Ronnie Barker und Ronnie Corbett in „Class Sketch“

Eine Dekade vor seinem berühmten Interview mit Richard Nixon arbeitete David Frost als Autor und Moderator für die BBC. Zwischen 1966 und 1967 stand er im Zentrum einer eigenen Show, der Nachrichtensatire The Frost Report. Ihren heutigen Kultstatus verdankt sie aber weniger dem trockenen Charme Frost’s, als einem nicht unbedeutenden Teil seines Autoren- und Schauspielteams. Hier arbeiteten zum ersten Mal fast alle Mitglieder der Monty Pythons zusammen, ausgenommen Terry Gilliam der damals noch in Amerika lebte. Und es war auch das erste Mal das man die Legenden Ronnie Barker und Ronnie Corbett (aka The Two Ronnies) im Fernsehen bewundern konnte.

Chefautoren der Sendung waren Graham Chapman, John Law (Screenwriter des originalen Casino Royal) und Marty Feldman (At Last the 1948 Show, Young Frankenstein). Weitere nennenswerte Mitglieder des Autorenteams waren Bill Oddie und Tim Brooke-Taylor, die später mit Graeme Garden die 1970er Kultgruppe The Goodies bildeten. Sowie Barry Cryer der in den kommenden Jahren noch für etliche Comedians schrieb, darunter Spike Milligan (siehe British Sunday # 4) und Kenny Everett (British Sunday # 2).

Zu den Highlights des Frost Report zählt der von Cleese und den beiden Ronnies aufgeführte „Class Sketch“ (siehe oben), der heute zu den Klassikern der Britischen Comedy zählt. The Frost Report selbst fiel wie viele Programme vor 1970 den Sparmaßnahmen der BBC zum Opfer, die Bänder alter Sendungen einfach überspielte. Nur wenige Kopien haben überlebt, darunter die Pilotfolge vom 10. März 1966…