Walking On Sunshine

Gestern noch im Radio du Grand Mot, heute schon an der Seite von Robert Palfrader in der neuen ORF-Serie Walking On Sunshine. Wir gratulieren unserem Freund und Kollegen Georg Rauber (Lang lebe Roland, Karl mit Beistrich) der ab heute als Johannes Möttl Fernsehgeschichte schreibt. Zum Auftakt gibt es eine Doppelfolge, ab 20:15 Uhr auf ORF 1.

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Im Schatten der Mozartgunkl

Artarium am Sonntag, 30. Dezember um 17:06 Uhr – Das Ende naht! Jedenfalls jenes des heurigen Kalenderjahres. Irgendwann im Verlauf des heranbrechenden (neuen) soll es dann auch eine Aufzeichnung seines denkanregenden Programms “Zwischen Ist und Soll – Menschsein halt” geben, verheißt unser Gesprächsgast Günther Paal respektive Gunkl, den wir ob seiner langjährigen Salzburgtradition hiermit vom Motzartgunkl zum Mozartgunkl befördern. Eine Ehrenbürgerschaft in Kalau wird immer wahrscheinlicher… Doch an solcherlei Assoziationen ist der gute Mann bitte auch selbst mit schuld, wenn er sich auf der Bühne als Wunderkind der Wortwahl präsentiert. (Seine fulminante Ansage zum ersten Schultag hätten wir doch alle unseren Lehrer_innen nur allzu gern umgehängt. Oder etwa doch nicht?)

MozartgunklUngeachtet jeder zukünftigen Erscheinung (des obgenannten Programms auf DVD zum Beispiel) empfehlen wir dringend, sich die gegenständliche Hirnmassierung in livehaftiger Form anzutun. Auch wenn alles ein Ende hat, so ist ein lang anhaltender Abgang nicht zu verachten, ganz zu schweigen vom noch viel längereren Nachklang. Denn die Denkfrequenzdichtung des (nicht nur) Mozartgunkl ist wie “ein Sackerl Nussen”, das einen im Kopf begleitet und immer wieder Anregendes zum Nachsinnen hervorbringt. Erbauung in der Zerkauung – oder denk nur ich so? Der kürzeste Schüttelreim ist jedenfalls “Du bist – Buddhist”. Und eins der längsten Schüttelreimwerke ist “Die große Menschenfresserballade 1938” von Franz Mittler, hier vorgetragen von Helmut Qualtinger. Dass Günther Paal (Gunkl) ein spezielles Verhältnis zur Schüttlung hat, das wissen immerhin die Besucher seiner Homepage. Aber dass er sogar das Vorwort zu Harald Weinkums geschüttelter Übertragung des Struwwelpeter verfasst hat, das wussten bislang nur die wenigsten. Darin etwa: “Wo einst der Kaspar war gesund, liegt nun er sich im Sarge wund.” Oder auch: “Nun kann der Hund, der Läusehaufen, samt Peitsch’ in sein Gehäuse laufen.”

Wir jedenfalls schieden uns verab von diesem enden wollenden Jahrgeschüttelt wie auch gerührt, und wünschen unserem Publikum darob ein herzerfrischendes Sssippe Sssappe!

Literatur-Matinée: mosaik meets Winterfest

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Samstag, 29. Dezember 2018 von 11:00 bis 12:30, beim Winterfest im salzburger Volksgarten. Eintritt frei.

Seit sieben Jahren versorgt das mosaik Salzburg mit neuer Literatur und Kultur. Wie vielfältig die Salzburger Literatur sein kann, das beweisen Lisa-Viktoria Niederberger, Johannes Mayer und Peter.W. in einer speziell konzipierten Literaturmatinee.

Lisa-Viktoria Niederberger entwirft in ihrem Erzählband ‚Misteln‘ (edition mosaik, 2018) ein schonungslos-ungeschöntes Beziehungsbild von Menschen, die offenen Fragen gegenüberstehen und nach Antworten suchen. Peter.W. schafft es in unvergleichlicher Weise, Melancholie und Humor, Dystopie und Wahnsinn in seinen Texten zu verbinden. Und Johannes Mayer präsentiert tiefgreifende und verspielte Texte – mal mit Gitarre und Ukulele, mal ohne Netz und doppelten Boden. Felicitas Biller und Josef Kirchner führen mit weiteren Texten unterschiedlicher Autor*innen akrobatisch durch das abwechslungsreiche Programm.

In Kooperation mit mosaik – Zeitschrift für Literatur und Kultur

Au Lapin Agile

Artarium am Sonntag, 23. Dezember um 17:06 Uhr – Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Oder das flinke Kaninchen (Le Lapin Agile) springt feuchtfröhlich aus derselben. Natürlich mit einer Flasche Rotwein versehen, denn das gleichnamige Bild prangt ja auch ausdrücklich an der Hauswand des ältesten Cabarets (Kabaretts?) von Paris. Im “Au Lapin Agile” tragen schon seit dem 19. Jahrhundert Kleinkünstler ihre eigenen Lieder und Texte vor, und zwar “in einem familiären Rahmen”, wie es sogar bei Wikipedia heißt. Zitiert wirdwas passt. Legal? Illegal? WeihnochtsbamOida. Wir jedenfalls begreifen das Motto des illustren Etablissements (welches “Poémes et Chansons” heißt) als Anregung – und zelebrieren somit unser eigenes Programm der vorweihnachtlichen Verdichtung “in einem radiofamiliären Rahmen”Amen.

Au Lapin AgileZur geschmacklichen Abrundung dieses mehrgängigen Menüs begrüßen wir unseren Kollegen Janos Lasselsberger, inzwischen selbst Sendungsmacher bei Radio Helsinki sowie ehemaliger Teilnehmer am legendären Kreativen Schreiben der Salzburger Autorin und Pädagogin Gerlinde Weinmüller. Welch hochkomplexes Assoziativgebräu! Zudem erfahren wir, dass die vom Janos erfundene Sendung 1h demnächst von einem weiteren Wegbegleiter früherer Jahre übernommen werden soll, nämlich von Jakob Weinhäupl. Die zwei haben bereits an den Anfängen der Nachtfahrt-Perlentaucher-Reihe mitgewirkt und sind dortselbst zuletzt 2012 aufgetreten, Janos beim “Christgsindlmarkt” und Jakob beim “Straight Strange Special”. Je also, desto Freude. Umso sehr! Was das jetzt wiederum alles mit dem Karnickel zu tun haben könnte, das da der Pfanne seiner eigenen Verbratenwerdung entfleucht, das entnehmt bitte dem Evangelium des Weihnachtshasen sowie der von Janosch (nicht verwandt) erzählten Geschichte “Der Hase Baldrian”. Wenn euch dann immer noch kein Licht aufgeht, dann kommts doch mit Sternderlspuckern im Popsch auf die Welt oder scheißts euch einen ChristbaumArsch oder Apotheke, wie dem auch sei. Ich hab mich immerhin sehr gefreut, im Landkrimi mit Josef Hader (beim “tiafen” Seewirt) einen bewaffneten Hasen zu entdecken. Die Umkehrung der Verhältnisse!So hab ich denn auch “Au Lapin Agile” sehr frei übersetzt: “Zum hupferten Hasen”

6 Jahre Bureau du Grand Mot

Am 19. Dezember 2012 wurde im Café Central in Salzburg das Kunstkollektiv Bureau du Grand Mot gegründet, das über die folgenden Jahre zu einem umtriebigen Bestandteil der heimischen Szene wurde. Hier nochmal ein paar Highlights in Bildform:

Jesus H. Christ

Artarium am Sonntag, 16. Dezember um 17:00 Uhr – Unsere Adventcollage für alle mit eigenem Gedankengut Begnadeten: Wir spielen das im Jahre des Hirrn 1992 NIE (offiziell) ERSCHIENENE Album nämlichen Namens des anarchoiden Kunnst- und Musikkollektivs Chumbawamba. Abgesehen vom vorweihnachtliche Assoziationen weckenden Albumtitel tun wir dies im Bewusstsein um die gemeinsamen Wurzeln, aus denen sowohl Radiopirat_innen wie viele andere sich herrschaftskritisch jeder Bevormundung widersetzende Gestaltungsformen entsprungen sind. Wir erinnern immer wieder einmal daran, so in diversen Aktionen und Radiostatements wie etwa unserer COPY RIOT “Verformance” von 2015Das UrheberrechtEine Andeutung. Doch erzählen wir dem Jesus schlicht und begreifend eine kleine Adventgeschichte:

Jesus H. Christ - Vinyl CoverNext we’ll be hearing the true story of an American housewife who claims to have taken mid-air photographs of Jesus Christ in the skies of Indiana:

High above the streets and houses Misses Meta Battle
With one hand on the Valium and one hand on the bottle
Somewhere over Indiana, eight miles high
Meta Battle sees the good Lord wandering cross the sky

Have your fun whilst your alive
You won’t get nothing when you die
Have a good time all the time
Because you won’t get nothing when you die

Look! No strings! Just paper, glue, and card
Hark! The angels sing “Paste the Lord”

Meta Battle shot her Lord and watched Him tumble down
And now there’s people out with Polaroids all around town
And who knows, that Jesus on the church near your house
Could well be the original, kiss it as you pass

Hey, you, get off my cloud
Hey, you, get off my cloud
Hey, you, get off my cloud

Don’t hang around cause two is a crowd

Susej em kcuf ho
Susej em kcuf ho
Susej em kcuf ho

Was immer das bedeuten mag…

Jesus H. Christ - All SamplesWegen erheblicher Klagsdrohungen auf Verletzung des Urheberrechts (Hureber rächts?) durfte das Album damals nicht veröffentlicht werden. Es wurde daraufhin in wesentlichen Teilen umgearbeitet – und erschien kurze Zeit später unter dem Titel “Shhh” als ein Statement gegen Zensur. Irgendwer (danke!) hat es dann doch noch gepresst, und so findet es allen Verhinderungsversuchen zum Trotz seinen Weg in eure Radiohren.

Getreu dem fast schon Motto der Band “Pass it along”

Oder eben auch zensurkritisch “Pass it along”

Frohe Ostern, ihr Christbäume!

&Radieschen Präsentation „Glanz und Gloria“

Am Sonntag, 16. Dezember 2018, ab 20:00 Uhr im Cafe Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

Dieses Mal haben wir elf Lesende, deren Texteinsendungen in das neue &Radieschen geschafft haben:

Regina Appel, Jimmy Brainless, Sabina Fudulakos, Raphaela Grünmann, Louise Kenn, Markus Köhle, Eva Lugbauer, Martin Peichl, Kaia Rose, John Sauter und Martin Troger.

das salzburger kunstkollektiv