Kinopremiere: Tim Turbo # 17

fc660196-78ee-418a-b252-4e4c7458324eAm Mittwoch den 28. November 2018 von 21:30 bis 23:30 Uhr im Schikaneder, Wien.

Tim Turbo ist eine überraschend einfallsreiche und bissig satirische Parodie des ORF-Kinderkults Tom Turbo von Thomas Brezina. Seit einigen Jahren versorgen Moritz Stieber, Patrik Howanitz und Georg Rauber (Hörern von Radio du Grand Mot auch als die eine Hälfte von Lang lebe Roland bekannt) das Internet mit immer neuen Folgen, in denen auch mal Personen des öffentlichen Lebens wie Michael Haneke, Ulrich Seidl, Alexander van der Bellen und Norbert Hofer auf’s Korn genommen werden.

Nun kommt nach einer einjährigen Pause die lange erwartete neue Folge, die zur Feier des Tages Premiere im Schikaneder feiert. Neben dem Screening gibt es eine Tombola ein Q & A und vieles mehr. Eintritt ist frei, allerdings sind Spenden durchaus erwünscht, um die Saalmiete begleichen zu können!

Alle Folgen von Tim Turbo unter www.teamturbo.at

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Damalsheutemorgen

Artarium am Sonntag, 25. November um 17:06 Uhr – “Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen – und die Zukunft gestalten.” Dieses Zitat von August Bebel (Schriftsteller und Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie) gibt einen Aspekt der titelgebenden Wortschöpfung wieder. Wobei Damalsheutemorgen durchaus auch den Seinszustand von jemandem beschreiben könnte, für den das heutmorgendliche Aufwachen schon ziemlich lang her ist, aus welchen Gründen auch immer. Merke: Zeit ist ein Phänomen, dass sich oft gar nicht in Stunden messen lässt. Deshalb soll diese Sendung dem Zeitlosen gewidmet sein, das in früheren ZeitenKultstatus hatte, sowie seiner zeitgemäßen Vermittlung im Hier und Jetzt, auf dass dieses reiche Vermächtnis auch für zukünftige Gestaltungen zur Verfügung stehe.

Damalsheutemorgen - "Der letzte Hahnenschrei" (Arik Brauer Privatsammlung)In würdiger Vertretung des Hasen begleitet mich Timna Pachner, die doch tatsächlich nach Arik Brauers Tochter benannt ist – und zudem in der Radiofabrik-Lehrredaktion das unerhört!-Magazin mit entwickelt. Gemeinsam wollen wir das kultige Erbe der Familie Brauer bereisen und einer der allezeit legendärsten Radiosendungen beiwohnen: dem Schalldämpfer von Axel Corti. Im Hintergrund lauert die Frage, was eigentlich so eine Kultsendung ausmacht, damals wie heute – und morgen. Oder, wie sich ein zeitloses Damalsheutemorgen bewirken ließe, als Gegengewicht zum vergangenheitslosen Aktualitätsgehechel der immer schneller werdenden medialen Beschleuderung… Nicht, dass wir diesen hochphilosophischen Fragenkomplex in der knappen Stunde, die uns zur Verfügung steht, hinreichend gründlich zerantworten könnten. Aber ein paar Gedanken- und (vor allem) Gefühlsanstöße zum Thema sollten sich schon ausgehen. Zwischen den Zeitenzwischen den Zeilenhinter den Gründen und auch unterm Bewusstsein. Mir ist es ja längst ein Bedürfnis, womöglich Wesentliches aus diesen Schätzen des Damals zu heben – und so den nächsten Generationen zu vermitteln.

Und deshalb versteht sich das “etwas andere Kunnst-Biotop” namens Artarium oder auch Nachtfahrt-Perlentaucher in seiner Gesamtheit als ein Archiv vieler rundherum angeschwemmter Spezialitäten in oft überraschenden Zusammenhängen. Da lassen sich dann zum Beispiel Sendungen mit Axel Corti oder Zitate von Arik Brauer sowie ein Album der Band Zeitzeuge finden.

DUM # 88

Am Sonntag, 25. November 2018, ab 20:00 Uhr im Cafe Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

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An diesem Sonntag wird das neue DUM in der 88sten Ausgabe mit dem Thema „Nacht“ präsentiert.

Es lesen: Daniela Dangl, Markus Grundtner, Manuela Kurt, Martin Peichl, Hanna Reiner, Christian Schwetz, Julian Stockinger und Eva Maria Wagner

Wir freuen uns auf einen schönen Jahresabschluss für Das ultimative Magazin.

 

Diese schamanische Reise

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 18. November – Dass die Auszeichnung der Radiofabrik heuer zum ersten Mal nicht als Schorsch, sondern als Georgina (also in weiblicher Gestalt) vergeben wurde, das hat viel mit Teresa Lugstein zu tun, der allzu zu früh verstorbenen Mädchenbeauftragten des Landes Salzburg und langjährigen Sendungsmacherin von Teresas Frauenzimmer. Als in der Programmkommission beraten wurde, ihr diesen Radiopreis als Anerkennung ihres medialen Lebenswerksposthum zuzusprechen, da fiel mir sogleich der Chumbawamba-Song “Georgina” ein. Die Parallelen zwischen Teresas Engagement und den Inhalten der britischen Band sind unüberhörbar, etwa bei GleichberechtigungEmpowerment und Emanzipation. Und dann gibt es noch diese schamanische Reise, über deren Bericht ich stolperte:

Georgina und die schamanische ReiseEs sorgte damals schon für einiges an Aufsehen, dass die als unheilbar krank geltende Frau, die seit Jahren auf einen Rollstuhl angwiesen war, mit einem Mal wieder selbst gehen konnte. Wesentlich für diese, von ihr als “Wunder” erlebte Entwicklung, war eine schamanische Reise, auf die sie sich mit der Fragestellung “Wie kann ich ein stimmiges Leben führen?” begeben hatte. Über diese Form der “Heilung” berichten ein ORF III Beitrag von Bernhard Hain sowie ihre eigene Erfahrungsbeschreibung auf der Homepage der Foundation for Shamanic Studies in Europe. Diese, auf den Prinzipien des “Core-Schamanismus” nach Dr. Michael Harner aufbauende Praxis andersweltlicher Kommunikation unterscheidet sich für uns von den vielerlei eher obskuren Angeboten ähnlicher Namensprägung. Doch wo ziehen wir die Grenze zwischen seriöser Spiritualität und bloßer Gschaftlhuberei? Nach welchen Kriterien beurteilt die Programmkommission Sendungen zwischen persönlichem Empfehlen und kommerzieller Werberei? Wo endet der Bericht vom Interessanten jenseits des Üblichen und wo beginnt der Jahrmarkt der Eitelkeiten, die Abhängigkeit vom Esoterischen – oder das Kasperltum der Missionierung?

Als Beispiel dafür, wie angenehm unaufgeregt Teresa Lugstein eine schamanisch Praktizierende präsentiert hat, sei hier die Folge “Schamanismus als Herzensweg” aus Teresas Frauenzimmer empfohlen. So kann das gehen

Dying Surfer meets His Maker

Artarium am Sonntag, 11. November um 17:00 Uhr – Wir stellen euch diesmal das nämliche Album der genre-auflösenden Band All Them Witches vor. Sie kommen zwar aus Nashville, ihr Sound hat jedoch kaum etwas mit jener Musikwelt gemein, für die das Country-Mekka in Tennessee sonst so berühmt ist. Und auch die Einsortierer des zwangsviereckigen Schachterluniversums stoßen bei All Them Witches heftig an ihre Grenzen. Noch nie habe ich so viele verschiedene Bezeichnungen für ein spezielles Musikgenre gelesen, die allesamt nicht wirklich oder nur teilweise zutreffen. Anstatt den ganzen Schas von Klappersdorf hier abermals anzuführen, sei lediglich auf die Selbstbeschreibung der eigenwilligen Musikkapelle verwiesen: “Psychedelta”Folgerichtig hat auch der Hase “Dying Surfer meets His Maker” eigenwillig erlebt:

Dying Surfer meets His Maker (Ausschnitt)Sterbender Wellengänger erfährt seine Schöpfung

all diese Hexen in ihren Baracken, den Schlössern der Obdachsuchenden, mit ihren versteckten Käfigherzen, ihren Leidtrögen, liegen gebettet auf Herbstlaub und zerlumpter Seide, geprüft und gefoltert vom Leben, vom Leben der Anderen, gestillt ihren Hunger mit Erde und Rausch, und beten allsamt zur Mutter der Berge, zum Vater der Flut, zum Kind der endlosen Leere, zum Getier in der Wirrnis der Wüste : dort suche ich tanzende Zeichen im Himmel, die mir das Auge versprach, das ich sah als sich Rinde und Blattwerk erkannten : gekrönt sind wir nächtens von Licht : heiße mich Stern, heiße mich Schwärze, ich beiße nicht, ich bin leiser Verzicht, heiseres Eingestehen, unstetes Branden : du wartest in weißer Gewandung vor dem Schlund der sandenen Ödnis im Zwielicht deiner Erwartung, während der Sturm sich entfächert : wir im Zentrum, im innersten Gefecht, Gesicht, das wir zu sehen bereit sind, wenn wir uns hingeben den heilenden Wogen des Winds, die uns trügen zu unseren Schatten, die warten geduldig, un.fassbar : Asche zu Asche zu Asche zu Staub zu Wind zu Atem zu Haut zu Feuer zu Asche zu Staub der Sterne, im Sande der Wüste gespiegelt, in den Tränen der Dornen, der Gräser, Kakteen, dem Blut der Schamanen, dem Glänzen der fallenden Hülsen : wir schweigen uns aus : wir setzen den Stein : wir legen die Sicht : wir fürchten mutig nur uns : es bleibt stets anders, verformt, neugeflochten, immer wieder : langsam ernüchtern : vorbei am langen Schlaf, den Schlangen der Träume, den Rissen im Traum : scheinbar endlose Gänge durch welche wir ziehen; sich öffnende Tore : Atem wird seicht; keine Stimme zu rufen, zu plärren, zu donnern : Liebe zerstückelt, zerkaut : wir schlucken : uns sehen die Sterne : träge die sönnlichen Vorboten am Horizont : noch dunkel, noch Zeit, noch zweisam, noch weit die Ankunft des Tages : Ausströmen, Einströmen : spürst du es auch? spürst du die Wellen, die fingernden Wellen des Lichts? die sich graben in alles, die Sinne überwallen, die Grenzen entheben, die uns tragen, die uns töten, für eine Sekunde, eine Ewigkeit : wir sollten sie reiten, sollten gleiten : viel.leicht

Grauko

Am Sonntag, 11. November 2018, ab 20:00 Uhr im Cafe Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

Grauko hat sich für seine Lesung am 11.11.2018 den 11.11.1918 als historisches Datum zum Anreiz für seine Texte genommen. Dieser gilt mit der Unterzeichnung des ersten Waffenstillstands zwischen dem Deutschen Reich und den Westmächten als „Ende des 1. Weltkriegs“. Von dieser Tatsache ausgehend haben wir uns zu Texten rund um das Thema „Krieg“ in all seinen Facetten inspirieren lassen.

Lesen werden: Isolde Bermann, Margarita Kinstner, Maria Edlesbrunner, Veronika Unger, Thomas Wollinger und Peter Heissenberger.

www.grauko.com

TextMARKierung

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Donnerstag, 8. November 2018, ab 20 Uhr im MARK.freizeit.kultur, Hannakstraße 17, 5020 Salzburg. Eintritt frei.

Die Offene Lesebühne in Salzburg lässt euch die Bühne erklimmen und ein offenes Ohr beim Publikum finden. Damit ihr mit eurer Literatur, vielleicht zum ersten Mal, nicht verloren und nervös auf der Bühne steht, eröffnet Christian Lorenz Müller den Abend mit Gedichten vom russischen Polarkreis, gemütlichen Gemeinschaftsgärten und über Salzburg, aus einer von Charles Bukowski inspirierten Sicht. Musikalisch begleitet uns Sarah Maria Dragovic mit Bratsche und Loopmaschine. Sie löst sich dabei von den Formen der Klassik und improvisiert sich zu experimentellen Klangwelten. Gönnt euch 10 Minuten Bühnenerlebnis in einem der freundlichsten und offensten Häuser Salzburgs.

Wer sich vorher anmelden will, darf dies gerne bei textmarkierung@mosaikzeitschrift.at tun, spontanes Mitlesen ist am Veranstaltungsabend ebenso möglich. Eilt herbei, seht und hört was Salzburg zu lesen hat und lest euer Selbstverfasstes vor.

Hinweis: Die TextMARKierung ist eine Literaturveranstaltung, Sachbeiträge, wissenschaftliche Abhandlungen oder politische Pamphlete gehören zwar gehört, aber nicht an diesem Abend. //// „TextMARKierung“ ist eine Veranstaltung von mosaik – Zeitschrift für Literatur und Kultur in Kooperation mit dem MARK // Gleichzeitig können an diesem Tag im MARK Bücher und Kleider getauscht werden!

zu den KünstlerInnen: Sarah Maria Dragovic lebt und studiert seit 3 Jahren in Wien. Neben ihrer Ausbildung auf der Bratsche, sucht sie ständig nach neuen und losgelösten Formen ihres eigenen Ausdrucks und experimentiert mit Klangkonzept, Improvisation und Sprache. Christian Lorenz Müller ist gelernter Bayer und lebt seit 15 Jahren in Salzburg. Er schrieb die beiden Romane „Wilde Jagd“ und „Ziegelbrennen“, ist Prosaredakteur der deutschen Literaturzeitschrift „Konzepte“ und rezensiert für Literatur und Kritik sowie für den poetenladen. Leseprobe: http://der-goldene-fisch.de/

das salzburger kunstkollektiv