Mosaik-Fest 2019

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Donnerstag, 31. Januar 2019 ab 20:00 Uhr im Jazzit, Elisabethstraße 11, 5020 Salzburg. Tickets: www.liberladen.org

„Grrrlskrach. Glamour. Lärm. Wahrheit. Schall. Rauch.“ – nicht nur die all female DIY-Punk-Jazz-Gruppe Шапка (Schapka) heizt uns ordentlich ein, beim zweiten mosaik-Fest gibt es wieder eine feine Kombination aus Musik, Literatur und Performance: Please Madame sind längst kein Geheimtipp mehr, wenn es um feinen Indie-Pop aus Österreich geht, Jörg Piringer und KINGA TOTH writer-performer – ALL Machine heben mit ihren Sound-Performances Poetry auf eine neue Ebene – und Matthias Gruber (Fräulein Flora Salzburg) erzählt Geschichten aus einer Fabrik im Nirgendwo, ihren Menschen und deren Sehnsüchten.

Nach dem herausragenden Erfolg letztes Jahr, lädt das mosaik 2019 zum zweiten Mal zu einem rauschenden Fest der Literatur in all ihren Varianten.

Ein geiler Abend von und mit:
/////// Please Madame \\\\\\\ (… bitten zum Tanz!)
/////// Шaпκa / Schapka \\\\\\\ (DIY-Punk-Noize-Katsching-Tuff-Peng)
/////// Kinga Tóth \\\\\\\ (Klangliteratur/Literaturklang)
/////// Jörg Piringer \\\\\\\ (digital sound visual interactive poetry etc.)
/////// Matthias Gruber \\\\\\\ (Stories aus Salzburg)

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378 (Lena Hödl): Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

Am Sonntag, 20. Januar 2019, ab 20:00 Uhr im Cafe Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

378, eigentlich Lena Johanna Hödl, 1996 als jüngste von vier Töchtern geboren und aufgewachsen in einem Dorf in der Steiermark in einem sehr großen, sehr stillen und sehr sauberen Haus gleich neben dem Friedhof, unter strenger Aufsicht von Gottvater und Vatergott, fing mit 15 mit Poetry Slam an (damals noch Emo-Texte) und macht es immer noch wahnsinnig gerne (jetzt Emo- und Sex-Texte). Nach jahrelangem konsequentem Versagen bei dem Versuch, was Anständiges zu machen, studiert sie jetzt Schauspiel und hustlet sich eben so durchs Leben. Sie schreibt hauptsächlich, um ihr unmenschlich starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zu sublimieren, mal ein bisschen Liebe abzustauben und außerdem nicht vollkommen wahnsinnig zu werden, aber das funktioniert nicht so gut. 378 ist oft sehr glücklich. Und sehr traurig. Dazwischen gibt es eigentlich nicht viel, und genau darum geht es. Um Feminismus und Ficken, um Liebe und Laster, um Depression und Daddy Issues und Messiaskomplexe und die Schönheit des Scheiterns und dass im Endeffekt eigentlich alles schon verdammt lustig ist. Es gibt Leute, die sagen, 378 sei Punk. 378 sagt, das wäre nicht fair dem Punk gegenüber.

Peter Gabriel – Deutsches Album

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 13. Januar – Gibt man Peter Gabriel in die Suchzeile des Artarium-Blogs ein, so erscheinen zahlreiche Artikel/Einträge, die auf diverse Aspekte seines vielseitigen Schaffens Bezug nehmen. Und offenbar ist noch immer kein Ende in Sicht: Diesmal stellen wir ein weiteres Projekt des immer umgetriebenen Slow-Workers in den Mittelpunkt unserer Betrachtungen, nämlich die 1982 als “Deutsches Album” erschienene Version von Peter Gabriel IV (auch als Security bekannt). Nicht zu velwechsern mit “Ein deutsches Album” von 1980, für welches ebenfalls der deutsche Filmemacher Horst Königstein seine sehr spezielle Nachdichtung der Songtexte angefertigt hat. Über seine Herangehensweise dabei gibt er hier in diesem Gespräch mit dem Deutschen Genesis Fanclub it Auskunft.

Peter Gabriel - Deutsches AlbumLetzterer ist übrigens ein schöner Beweis dafür, dass sich in Dresden nicht bloß Volksidioten tumbeln… Vielmehr eine der inzwischen selten gewordenen Online-Quellen, aus denen sich sauberer Saft schöpfen lässt, aufmerksamdetailverliebtsprachgenau. So erschloss sich mir etwa durch Lektüre des Interviews mit Horst Königstein, weshalb ich die deutschsprachigen Texte von Peter Gabriel seit den 80ern immer als irgendwie befremdend empfand. Doch waren es genau diese Textesamt ihrer höchst eigentümlichen Darsingung, welche die als “Ein deutsches Album” sowie als “Deutsches Album”herausgebrachten Werke erst zu wirklich eigenständigen Arbeiten gemacht haben. Zum noch besseren Verständnis sei daher hier das CD-Booklet des heutigen ganzen Albums angeboten. Und der Refrain des Songtexts von “Handauflegen” angeführt:

Die Wärme fließt noch in mir
Und ich spür, du kennst micht gut
Kein Glück, kein Los zu fassen
Alles liegt allein bei dir
Es ist wie es ist
Weil nichts Zufall ist – auch hier

Komm zu mir – leg die Hände auf
Bin bereit – leg die Hände auf
Glaube! – leg die Hände auf

Walking On Sunshine

Gestern noch im Radio du Grand Mot, heute schon an der Seite von Robert Palfrader in der neuen ORF-Serie Walking On Sunshine. Wir gratulieren unserem Freund und Kollegen Georg Rauber (Lang lebe Roland, Karl mit Beistrich) der ab heute als Johannes Möttl Fernsehgeschichte schreibt. Zum Auftakt gibt es eine Doppelfolge, ab 20:15 Uhr auf ORF 1.

Im Schatten der Mozartgunkl

Artarium am Sonntag, 30. Dezember um 17:06 Uhr – Das Ende naht! Jedenfalls jenes des heurigen Kalenderjahres. Irgendwann im Verlauf des heranbrechenden (neuen) soll es dann auch eine Aufzeichnung seines denkanregenden Programms “Zwischen Ist und Soll – Menschsein halt” geben, verheißt unser Gesprächsgast Günther Paal respektive Gunkl, den wir ob seiner langjährigen Salzburgtradition hiermit vom Motzartgunkl zum Mozartgunkl befördern. Eine Ehrenbürgerschaft in Kalau wird immer wahrscheinlicher… Doch an solcherlei Assoziationen ist der gute Mann bitte auch selbst mit schuld, wenn er sich auf der Bühne als Wunderkind der Wortwahl präsentiert. (Seine fulminante Ansage zum ersten Schultag hätten wir doch alle unseren Lehrer_innen nur allzu gern umgehängt. Oder etwa doch nicht?)

MozartgunklUngeachtet jeder zukünftigen Erscheinung (des obgenannten Programms auf DVD zum Beispiel) empfehlen wir dringend, sich die gegenständliche Hirnmassierung in livehaftiger Form anzutun. Auch wenn alles ein Ende hat, so ist ein lang anhaltender Abgang nicht zu verachten, ganz zu schweigen vom noch viel längereren Nachklang. Denn die Denkfrequenzdichtung des (nicht nur) Mozartgunkl ist wie “ein Sackerl Nussen”, das einen im Kopf begleitet und immer wieder Anregendes zum Nachsinnen hervorbringt. Erbauung in der Zerkauung – oder denk nur ich so? Der kürzeste Schüttelreim ist jedenfalls “Du bist – Buddhist”. Und eins der längsten Schüttelreimwerke ist “Die große Menschenfresserballade 1938” von Franz Mittler, hier vorgetragen von Helmut Qualtinger. Dass Günther Paal (Gunkl) ein spezielles Verhältnis zur Schüttlung hat, das wissen immerhin die Besucher seiner Homepage. Aber dass er sogar das Vorwort zu Harald Weinkums geschüttelter Übertragung des Struwwelpeter verfasst hat, das wussten bislang nur die wenigsten. Darin etwa: “Wo einst der Kaspar war gesund, liegt nun er sich im Sarge wund.” Oder auch: “Nun kann der Hund, der Läusehaufen, samt Peitsch’ in sein Gehäuse laufen.”

Wir jedenfalls schieden uns verab von diesem enden wollenden Jahrgeschüttelt wie auch gerührt, und wünschen unserem Publikum darob ein herzerfrischendes Sssippe Sssappe!

Literatur-Matinée: mosaik meets Winterfest

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Samstag, 29. Dezember 2018 von 11:00 bis 12:30, beim Winterfest im salzburger Volksgarten. Eintritt frei.

Seit sieben Jahren versorgt das mosaik Salzburg mit neuer Literatur und Kultur. Wie vielfältig die Salzburger Literatur sein kann, das beweisen Lisa-Viktoria Niederberger, Johannes Mayer und Peter.W. in einer speziell konzipierten Literaturmatinee.

Lisa-Viktoria Niederberger entwirft in ihrem Erzählband ‚Misteln‘ (edition mosaik, 2018) ein schonungslos-ungeschöntes Beziehungsbild von Menschen, die offenen Fragen gegenüberstehen und nach Antworten suchen. Peter.W. schafft es in unvergleichlicher Weise, Melancholie und Humor, Dystopie und Wahnsinn in seinen Texten zu verbinden. Und Johannes Mayer präsentiert tiefgreifende und verspielte Texte – mal mit Gitarre und Ukulele, mal ohne Netz und doppelten Boden. Felicitas Biller und Josef Kirchner führen mit weiteren Texten unterschiedlicher Autor*innen akrobatisch durch das abwechslungsreiche Programm.

In Kooperation mit mosaik – Zeitschrift für Literatur und Kultur

Au Lapin Agile

Artarium am Sonntag, 23. Dezember um 17:06 Uhr – Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Oder das flinke Kaninchen (Le Lapin Agile) springt feuchtfröhlich aus derselben. Natürlich mit einer Flasche Rotwein versehen, denn das gleichnamige Bild prangt ja auch ausdrücklich an der Hauswand des ältesten Cabarets (Kabaretts?) von Paris. Im “Au Lapin Agile” tragen schon seit dem 19. Jahrhundert Kleinkünstler ihre eigenen Lieder und Texte vor, und zwar “in einem familiären Rahmen”, wie es sogar bei Wikipedia heißt. Zitiert wirdwas passt. Legal? Illegal? WeihnochtsbamOida. Wir jedenfalls begreifen das Motto des illustren Etablissements (welches “Poémes et Chansons” heißt) als Anregung – und zelebrieren somit unser eigenes Programm der vorweihnachtlichen Verdichtung “in einem radiofamiliären Rahmen”Amen.

Au Lapin AgileZur geschmacklichen Abrundung dieses mehrgängigen Menüs begrüßen wir unseren Kollegen Janos Lasselsberger, inzwischen selbst Sendungsmacher bei Radio Helsinki sowie ehemaliger Teilnehmer am legendären Kreativen Schreiben der Salzburger Autorin und Pädagogin Gerlinde Weinmüller. Welch hochkomplexes Assoziativgebräu! Zudem erfahren wir, dass die vom Janos erfundene Sendung 1h demnächst von einem weiteren Wegbegleiter früherer Jahre übernommen werden soll, nämlich von Jakob Weinhäupl. Die zwei haben bereits an den Anfängen der Nachtfahrt-Perlentaucher-Reihe mitgewirkt und sind dortselbst zuletzt 2012 aufgetreten, Janos beim “Christgsindlmarkt” und Jakob beim “Straight Strange Special”. Je also, desto Freude. Umso sehr! Was das jetzt wiederum alles mit dem Karnickel zu tun haben könnte, das da der Pfanne seiner eigenen Verbratenwerdung entfleucht, das entnehmt bitte dem Evangelium des Weihnachtshasen sowie der von Janosch (nicht verwandt) erzählten Geschichte “Der Hase Baldrian”. Wenn euch dann immer noch kein Licht aufgeht, dann kommts doch mit Sternderlspuckern im Popsch auf die Welt oder scheißts euch einen ChristbaumArsch oder Apotheke, wie dem auch sei. Ich hab mich immerhin sehr gefreut, im Landkrimi mit Josef Hader (beim “tiafen” Seewirt) einen bewaffneten Hasen zu entdecken. Die Umkehrung der Verhältnisse!So hab ich denn auch “Au Lapin Agile” sehr frei übersetzt: “Zum hupferten Hasen”

das salzburger kunstkollektiv