Café Depresso

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Vor geraumer Zeit las Benjamin Schmalhart bei ALSO, der allsonntäglichen Lesereihe im Café Anno in Wien. Zwar konnte Sendungsproduzent Peter Wetzelsberger nicht zugegen sein, doch stieß er über die Veranstaltungshinweise auf ein altes Projekt des gebürtigen Linzers und Wahlwieners, der zusammen mit René Monet (Original Linzer Worte) eine eigene monatliche Sendereihe bei den Kollegen von Radio FRO betrieb.

Café Depresso war ein „anspruchsvolles“ Satiremagazin mit literarischen Einsprengseln und musikalischen Perlen, das zwischen 2014 – 16 lief. Von seiner Aufmachung her erinnert die Sendung an das von Stermann & Grissemann gestaltete Salon Helga, das auch Peter in den 1990ern gerne hörte.

Café Depresso wurde erstmals in der zweiten Folge der zweiten Staffel von Radio du Grand Mot angespielt, weitere Hörproben sollen folgen. Wie sich später herausstellte handelt es sich bei Schmalhart und Monet um alte Bekannte Georg Raubers (Karl mit Beistrich bzw. Lang lebe Roland).

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Mittwochsrunde in Wien

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Am Mittwoch den 18. Juli 2018 findet ab 17 Uhr im Tunnel, Florianigasse 39, 1080 Wien die erste (und hoffentlich nicht letzte) Mittwochsrunde in Wien statt.

Stefan B Findeisl, Peter Wetzelsberger und Sarah Mercedes Weiss haben vor etlichen Jahren die erste Mittwochsrunde im salzburger Café Central begonnen, die seither jede Woche stattfindet. Aus ihr gingen einige Veranstaltungsreihen wie das so.what.wörtlich und die KulturKeule hervor, später wurde das Kunstkollektiv Bureau du Grand Mot gegründet.

Nun da etliche Leute vom Bureau nach Wien gezogen sind soll es das auch dort geben. Zumindest soll mit dieser Veranstaltung ein erster Versuch gestartet werden!

Eric Burdon – Winds of Change

Artarium am Sonntag, 15. Juli um 17:06 Uhr – In unserer monatlichen Sendereihe “Das ganze Album” greifen wir diesmal besonders tief ins Archiv der Zeitgeschichte und präsentieren ein wegweisendes Werk aus dem Jahr 1967, als sich erstmals der Widerstand gegen den Vietnamkrieg formierte, die Flower-Power-Generation den Weltfrieden anstrebte – und Experimente mit psychoaktiven Substanzen in Kunst und Kultur populär wurden: “Winds of Change” von Eric Burdon und seiner damals oft auch “The New Animals” genannten Band. (Hier die Beschreibung eines Fans). Nachdem wir uns mit der angesprochenen Epoche schon mehrmals befasst haben, vom israelischen Peacenik Abie Nathan bis zum Jahrhundertfilm Apocalypse Now, wollen wir nun speziell den Einfluss von LSD auf die Musikwelt jener Zeit würdigen.

Eric Burdon - Winds Of ChangeWie wir unlängst bei Bruce Eder auf Allmusic erfuhren, hat der Englandflüchtling Eric Burdoneinige Monate vor den Recording-Sessions zu “Winds of Change”seinen ersten Acid-Trip versucht, was uns den Songtitel “Yes, I am experienced” auch jenseits von Jimi Hendrix begreiflich macht… Des weiteren wiederspiegelt sich diese Eric-Burdon-Experience”sowohl in der Gesamtgestaltungdes Albums (dem zeittypischenPsychedelic-Sound), als auch in einzelnen recht experimentellen Spoken-Word oder besser Word-over-Music-Tracks wie etwa “Poem by the Sea”und “The Black Plague”. Herausragend ist zudem sein Rolling Stones Cover von “Paint it Black” mit sitarähnlichen Violinklängen und improvisierten TextpassagenDas ganze Album ist folgerichtig auch dem großen Inspirator des west-östlichen Musikdiwans, dem inzwischen völlig zu Unrecht verstorbenen Ex-Beatle George Harrison gewidmet. Wie dem auch immer sei – das gegenständliche Werk klingt und spricht für sich selbst – es gehört nicht nur (wieder) gehört, sondern es soll in seiner gesamten Anmutung mit allen zur Verfügung stehenden Sinnen erlebt werden. Weshalb wir es in voller Klänge (und originaler Länge) zu Gehör bringen. Hoffentlich auch zu Gespür! Gehen wir also gemeinsam auf eine (eben nicht nur Zeit-) Reise!

Are you experienced?

Yes, I am experienced.

Na, dann…

Exklusive Radiopremiere

e160b9_457c5afebd234482964c6cca97a3f496mv2_d_2263_1481_s_2Am Sonntag den 1. Juli ab 20 Uhr läuft auf der Radiofabrik (www.radiofabrik.at) eine neue Folge des Radio du Grand Mot, diesmal mit einer exklusiven Radiopremiere des Stücks „A hole in the wall“ von Chili and the Whalekillers. Dieses ist die mittlerweile zweite Single-Auskopplung ihres kommenden neuen Albums.

Die Band um Chili Tomasson, der u.a. auch mit seiner anderen Band The Cinema Electric unterwegs ist, hat sich 2009 in Salzburg gegründet und ist nach Wien übersiedelt von wo aus sie seitdem den halben Erdball bespielt haben. Ihre 2013 erschienene Hitsingle „Turn“ schaffte es 2013 in die isländischen Charts. 2016/17 verabschiedete sich ein Teil der Bandmitglieder um andere Projekte umzusetzen (Oehl, Wolfkillers etc) und eine neue Besetzung verdichtete sich, welche in dieser Form nun erstmals eine gemeinsame LP veröffentlicht.

Im Radio du Grand Mot feierte schon einmal ein Musikstück seine Radiopremiere: „Leben am Mars“ von Magic Delphin, der mittlerweile bei Wohnzimmer Records unter Vertrag ist. Und weitere sollen folgen!

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Radio du Grand Mot
Staffel 2, Folge 3: Godot kann warten!

Mit Musik von Chili and the Whalekillers, Timur Mucuraev, Oehl, Die Sterne, Malaria!, Laut Fragen, Christiane Rösinger.

Gepflegter Kulturpessimismus

Artarium am Sonntag, 24. Juni um 17:06 Uhr – Eine gepflegte Beschreibung des Begriffs Kulturpessimismus findet sich in den prophetischen Freibeuterschriften von Pier Paolo Pasolini, welche kurz nach seiner Ermordung 1975 erschienen sind. Im Untertitel “Die Zerstörung der Kultur des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft” wird die Zielrichtung seiner Polemik deutlich, speziell die kulturvernichtende Kraft des “Konsumismus”, zu dem sich alle herrschenden Mächte vereinigen, wird hier beleuchtet. Und wenn wir uns heuteüber 40 Jahre danach, vergegenwärtigen, wie sich die globalen Gegebenheiten der Zivilisationskultur sowie die kleinräumigen Gewohnheiten unserer Gesellschaft seitdem entwickelt haben, dann drängt sich schon die Frage auf, ob wir unseren Untergang überhaut noch abwenden können.

KulturpessimismusDies eben nicht mehr zu glauben, insbesonders was die Erhaltung einer lebenswerten Gesellschaftbetrifft, auch dem Erreichen von Gewaltfreiheit und Gerechtigkeitskeptisch gegenüberzu stehen – darin äußert sich der klassische Kulturpessimismus. Aber, sind wir diesbezüglich schon über den viel zitierten “Tipping Point”, unseren “Point of no Return” hinaus? Ein geniales Video übrigens von unser aller Physikpropheten Harald Lesch, quasi zur Begriffsbestimmung im Kontext des Klimawandels. Auch bei Pasolini spielt die menschgemachte Naturzerstörung eine wesentliche Rolle. Man könnte sagen, er hat das alles damals vorausgesehen – doch aus heutiger Sicht ist diese Entwicklung unumkehrbar geworden. Und da soll man jetzt nicht depressiv werden? Alles geht den Bach runter, Dystopien beherrschen die Popkultur (oder sind es die zwanghaft fröhlichen Autotunes mit ihren “Davon geht die Welt nicht unter” Botschaften?). Jede Auflehnung gegen das Unmenschliche erodiert unaufhaltsam zur Anpassung der Selbstoptimierer, zur Eucalypse Now!

Nichtsdestotrotz oder getreu dem Motto “Du hast keine Chance, also nutze sie”wollen wir das hierum Gesagte in einen musikhistorischen Zusammenhang stellen. Denn sowohl vor als auch nach Pasolinis Freibeuterschriften sind textmusikalische Untergangsszenarien entstanden, denen jedoch immer auch die Perspektive einer möglichen Veränderung innewohnte. Seit dem 11. September 2001 (so eine neue These) ist allerdings Schluss mit lustig. Hören wir dazu “Chew” (1991) von Jello Biafra & NoMeansNo“The Black Plague” (1967) von Eric Burdon & The Animalssowie “The Decline” (1999) von NOFX, letzteres mit sehr vielsagendem EP-Cover.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lernen sie einfach mal selbst Geschichte…

 

DUM- &radieschen- Präsentation

Sonntag, 24. Juni 2018, ab 20:00 Uhr im Café Anno, Lerchenfelderstraße 132, 1080 Wien.

Es ist wieder so weit! Das neue DUM, Ausgabe 86 unter dem Titel „Nachred: Imitsch&Tratsch“ wird mit Texten von Dominik Leitner, Roswitha Perfahl, Christian Schreibmüller und Sonja Tobl vorgestellt.

Und das neue &radieschen stellt mit dem Titel „Glatt und Verkehrt“ die diesjährige Poetry Slam Ausgabe der Zeitschrift vor. An unserem Lesetischchen begrüßen wir unter anderem Theresa Wagner und Markus Köhle.

Godot kann warten!

Am Sonntag, 1. Juli 2018 ab 20 Uhr auf der Radiofabrik oder per Livestream unter www.radiofabrik.at

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Originalbild (C) Toulouse Lautrec, The bed (1893)

das salzburger kunstkollektiv